Am Sonntag, den 14. September führt der Heimat- und Geschichtsverein Steinheim um 11 Uhr durch die Evang. Kirche Steinheim, Hanau, Ludwigstrasse 27.
 
Im Rahmen des „Tag des offenen Denkmals“ referieren Malermeister Wolfgang Wambach und Burkhard Huwe, nach dem Gottesdienst, über den Kirchenbau des Historismus. In der Führung geht es um die Entstehung des Bauwerkes, die damalige Bürgerkultur aus der diese Bauform entstand und vor allem um die dritte Phase des Historismus. Diese dritte Phase trägt den Namen: Verwendung historisch richtiger Farben. Durch die 2002 erfolgte Innenrenovierung der Kirche, die der Ausmahlung der Entstehungszeit sehr nahe kommt, erleben die Zuhörer die Wirkung und die Technik die dies am Anfang des Industriezeitalters ermöglichte.
 
Datum der PM: 04.09.2014

 

„Eigentlich hat niemand an Steinheim oder Klein-Auheim gedacht“, so der frühere Hanauer Stadtverordnete und jetzige Ortsvorsteher von Steinheim Klaus Romeis, zur Situation vor 40 Jahren. In einer Feierstunde, mit Sektempfang, zum 40jährigen Zusammenschluss von Hanau und Steinheim gedachte der Heimat- und Geschichtsverein Steinheim mit einem Vortrag dieses Jahrestages.
 
2014 40 jahre eingemeindung huwe u vogtHolger B. Vogt lies nicht nur die letzten beiden Jahren vor dem Zusammenschluss wieder aufleben, er erläuterte auch die politischen Hintergründe der Landesregierung. Schon bei Gründung des Landes Hessen war eine Verkleinerung der Gebietskörperschaften vorgesehen. Das heikle Thema ruhte zuerst, hatte man doch andere Aufgaben zu meistern. Erst 20 Jahre später nahm sich Ministerpräsident Oswald diesem Thema wieder an. Auf freiwilliger Basis konnte man sich ab 1969 zusammenschließen. Mit der Landtagswahl am 8. November 1970 wurde die Gebietsreform mit dem so genannten „Bielfeldpapier“ weiter vorangetrieben. Es halbierte sich die Zahl der Städte und Gemeinden zwischen 1969 und 1971 von 2.642 auf 1.203. Um seine Kreisfreiheit zu behaupten favorisierte Hanau eine Stadtkreisgemeinde nördlich des Main. Erst als man auf den Widerstand der Umlandgemeinden stieß, obwohl die Stadt gute Angebote machte, zog man auch die südlich des Main liegenden Gemeinden in betracht. Wie Vogt in seinem Rückblick ausführte, fanden die ersten Gespräche in Augenhöhe statt und der erste Vertragsentwurf zum Zusammenschluss hatte für Steinheim sehr viele Vorteile und enthielt viel versprechende Entwicklungspunkte.
 
Nur sollte es nicht zur Unterzeichnung dieses Vertrages kommen, zu groß war Steinheim noch mit seiner eigenen Geschichte, der Zusammenlegung von Groß- und Klein-Steinheim im Jahre 1938 beschäftigt. In immer wieder in Wellen aufflammenden Scharmützeln der Parteien, der Gründung einer Bürgerinitiative zum Erhalt der Selbständigkeit verspielte man die besseren Konditionen. „Auf Landesebene waren die Würfel schon gefallen, ob Steinheim freiwillig nach Hanau geht oder per Beschluss“, so Wolf Voigt als damaliger Stadtverordneter der Stadt Steinheim. So kam es per Gesetz zum Zusammenschluss der beiden Städte und die letzte Stadtverordnetensitzung der Stadt Steinheim tagte am Sonntag, den 30. Juni 1974. Ab dem 1. Juli war Steinheim „nur“ noch ein Stadtteil von Steinheim, wenn ein auch inzwischen liebgewordener, wie die Anwesenden bekundeten. Im Nachhinein hat sich die Gebietsreform positiv für Steinheim ausgewirkt. Mit seiner damalig schwachen Finanzkraft und am Rande des Landkreises Offenbach wären aus der Stadt selbst keine großen Sprünge zu machen gewesen, nicht nur die Steinheimer Grundstücksbesitzer und Gewerbetreibenden waren die Profiteure, auch die Bevölkerung, diese erhielt „ihr“ Schloss zurück. Das Schloss wurde zum Heimatmuseum ausgebaut. „Ach schön war die Zeit“ so der Vorsitzende des Geschichtsvereins Burkhard Huwe, der sich für eine Modernisierung der Heimatgeschichte im Museum Schloss Steinheim einsetzt.
 
Datum der PM: 03.07.2014

 

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